Landesdelegiertentag des Salzburger Kameradschaftsbundes in Rauris

Die Delegierten defilieren durch Rauris.

Die Fahnenabordnungen zur Meldung angetreten.

Die Ehrengäste des Landesdelegiertentages.

Ein Fahnenmeer am Kirchplatz

Kranzniederlegung; rechts Bürgermeister Peter Loitfellner.

Die angetretenen Fahnenabordnungen des Bezirkes Pinzgau.

Bezirksobmann Oberst i.R. Johannes Viehhauser und Pfarrer Franz Wenninger bei der Begrüßung.

Die Jugendreferenten des Kameradschaftsbundes: V.l.n.r.: Bernhard Kainhofer (Pongau), Markus Fanninger (Lungau), Karl Steger jun. (Pinzgau und Landesjugendreferent), Thomas Höllbacher (Tennengau), Klemens Pötzelsberger (Flachgau).

Auszeichnung mit dem Großen Ehrenzeichen mit Stern in Silber. V.l.n.r.: Rechtskonsulent Hofrat Dr. Karl Mayr, Bezirksobmann Wolfgang Rettenbacher, Präsident Josef Hohenwarter, LH.-Stv. Dr. Christian Stöckl, Bezirksobmann Johannes Siebenhofer, Bezirksobmann Oberst i.R. Johannes Viehauser, Bezirksobmann Johannes Hillerzeder, Bezirksobmann Vizeleutnant i.R. Markus Bichler, Schriftführer Oberstleutnant Mag. Bernd Huber.

Präsident Hohenwarter und Bezirksobmann Siebenhofer.

Die voll besetzte Spothalle.

Erbe und Auftrag- Weichenstellung für die Zukunft

Am 14. Mai 2022 fand der Landesdelegiertentag des Salzburger Kameradschaftsbundes in Rauris statt. Pünktlich um 13.00 Uhr begann der Festakt auf dem Kirchplatz der Gemeinde. 29 Fahnen aus dem Bezirksverband Pinzgau und zahlreiche Kameraden waren angetreten, um der Toten, Verstorbenen, Gefallenen, Zivilopfer und Vermissten der Kriege und der Kameradschaften zu gedenken. Nach der Begrüßung durch den Bezirksobmann Oberst i.R. Johannes Viehhauser und der Meldung des Obmannes der Kameradschaft Rauris, Karl Steger junior, welcher auch den Festakt kommandierte, hielt Pfarrer Franz Wenninger eine kurze Andacht. Der Pfarrer kritisierte in seiner Ansprache, dass sich viele Menschen von Gott und ihren Mitmenschen abgewendet hätten und unsere Gesellschaft drohe in unversöhnliche Einzelteile zu zerfallen. Er mahnte die Kameradschaften, diesem Trend unter Rückbesinnung auf die Werte von Kameradschaft entgegenzuwirken und Gemeinschaft zu stärken. Mit klingendem Spiel erfolgte im Anschluss der Marsch des Festzuges zur Neuen Mittelschule Rauris, dem Austragungsort des Delegiertentages.

Ehrengäste und 348 Delegierte

An Ehrengästen konnte Präsident Hohenwarter begrüßen: LH.-Stv. Dr. Christian Stöckl, Bürgermeister Peter Loitfellner, Militärkommandant Brigadier Mag. Anton Waldner, Landespolizeikommandant Dr. Bernhard Rausch, Präsident der UOG Vzlt Vitus Thaler, Präsident des ÖKB Ludwig Bieringer mit Frau Rosemarie, Landespräsident des OÖKB Vzlt i.R. Johann Puchner, geschäftsführender Präsident des KB Kärnten Wilhelm Fritz und Büroleiter Friedrich Jerak, Vizepräsident des KB Tirol Gerhard Schreder und Ehrenpräsident Hermann Hotter, Vizepräsident des KB Steiermark Manfred Pfandl und Ehrenmitglied Johann Hinterseer mit Fahnenpatin Margit Hinterseer. Von 475 geladenen Delegierten, waren 348 Delegierte anwesend. In seinen Grußworten führte Bürgermeister Peter Loitfellner aus: „Es gibt nichts Schöneres, als nach einer trostlosen und einsamen Zeit während der Coronabeschränkungen wieder gemeinsam zu feiern. Angesichts einer Einwohnerzahl von rund 3.000 Personen, ist es eine große Leistung, wenn die Kameradschaft Rauris rund 700 Mitglieder hat. Für diesen Einsatz danke ich ganz besonders Altobmann Heinz Groder und Obmann Karl Steger jun.“ Präsident Hohenwarter hielt seinen Bericht äußerst kurz und nutze die Gelegenheit Initiativen des Salzburger Kameradschaftsbundes vor den Vorhang zu holen.

Sozialinitiativen vorgestellt: Blutspenden, Zeitschenken, Hilfeleistung

Obmann Franz Grubinger stellte das Projekt „Blutspenden“ der Kameradschaft Thalgau vor. Zur Teilnahme aufgerufen sind die Mitglieder der Kameradschaft und jeder Gemeindebürger. Da für Personen über 60 Jahren eine Blutspendemöglichkeit nicht mehr besteht, wird parallel dazu eine Spendenmöglichkeit eröffnet. Obmann Peter Buchsteiner aus Radstadt stellte sein Projekt „Einfach Zeit schenken“ vor. Es sei Tatsache, dass viele Menschen unter Einsamkeit leiden, sei es im Seniorenheim oder zu Hause. Hier will das Projekt ansetzen. Es können gemeinsame Ausflüge, Spaziergänge, gemeinsam Lesen oder Spiele spielen und vieles andere mehr angeboten werden. Gedacht ist daran, dies zumindest einmal im Monat zu machen. Willkommen ist jeder, der mitwirken möchte. Obmann Peter Buchsteiner: „Und wenn jemand sagt, ich möchte einmal den Maibaum sehen, dann gehen wir da gemeinsam hin. Zeigen wir, dass wir eine Kameradschaft mit Herz sind.“ Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Information des Rechtskonsulenten Kamerad Hofrat Dr. Karl Mayr zum Sozialfonds des Landes und zur Aktion „Kameraden helfen Kameraden“ Auf Basis des Sozialfonds des Landesverbandes wurde ein besonderer Versicherungsschutz für Helfer eingerichtet, da eine Hilfstätigkeit ja auch mit gewissen Risiken verbunden sein kann. Diese Versicherung ergänzt eine bei den jeweiligen Helfern vorhandene Unfall- oder Haftpflichtversicherung. Konkret informierte Kamerad Mayr zum Projekt, dass der Sozialfonds vor rund 10 Jahren eingerichtet wurde. Grundgedanke war der soziale Auftrag des Kameradschaftsbundes. Dieser Sozialfonds wurde nun in seinem Statut erweitert, so dass Bezieher der Hilfe nicht nur Kameraden sein können, sondern jeder kann diese Hilfe bei unverschuldeter Not in Anspruch nehmen. Im Anlassfall kann rasch und unbürokratisch unter dem Vorsitz des Landessozialreferenten Ehrenbezirksobmann Sebastian Brunner über eine Hilfeleistung bis zu 2.000.- Euro entschieden werden. Voraussetzung für eine finanzielle Hilfeleistung ist das Zusammenwirken von Ortskameradschaft und dem jeweiligen Bezirksverband, die sich ihrerseits ebenfalls zu einer Hilfeleistung bereit erklären müssen. Die zweite Säule des Projektes ist die konkrete Hilfe z.B. nach Elementarereignissen. Diese Hilfe ist nach Abschluss der Tätigkeit von Bundesheer oder Freiwilliger Feuerwehr angesiedelt. Durch den Landesverband wird ein Taggeld von 20.- Euro pro Helfer bereitgestellt.

Jugend-Zukunft

Einen besonderen Schwerpunkt stellt in der neuen Funktionsperiode die Jugendarbeit dar. Präsident Hohenwarter führte aus, dass Jugendarbeit und das Gewinnen von Mitgliedern eine absolute Notwendigkeit für die Zukunft sind. Es gelte diese Arbeit zu einer Zeit zu beginnen, in der es in den Kameradschaften dem Grunde nach sehr gut läuft. Damit würden die Weichen zur rechten Zeit und ohne den Druck der Ereignisse gestellt. Der Präsident stellte die anwesenden Bezirksjugendreferenten dem Delegiertentag vor. Kamerad Florian Huber für den Bezirk Salzburg Stadt war entschuldigt. Anwesen waren: Markus Fanninger (Lungau), Bernhard Kainhofer (Pongau), Thomas Höllbacher (Tennengau) und Klemens Pötzelsberger (Flachgau). Im Anschluss überbrachte LH.-Stv. Dr. Christian Stöckl seine Grußworte. Dieser dankte den Kameradschaften für das Eintreten für Tradition und Zusammenhalt und für das Leben dieser Werte. „Es ist ganz wichtig, dass sich jemand öffentlich für das Bundesheer, für die Landesverteidigung und die Sicherheit einsetzt“, so der LH.-Stv. Für den LH.-Stv. gelte es Probleme gemeinsam zu bewältigen. Er sieht die Gesellschaft durch die Pandemie und den Ukrainekrieg schwer belastet und erwartet sich gerade in dieser Situation ein Zusammenstehen. Dies würden Kameraden vorzeigen und vorleben und diesbezüglich gelte es den Kameradschaften aufrichtig zu danken.

Ukraineresolution, Ehrung und Neuwahlen

Es folgten der Bericht des Finanzreferenten und der Kassaprüfer sowie die Entlastung von Finanzreferent und Präsidium für die abgelaufene Funktionsperiode. Auf der Tagesordnung standen auch eine Statutenänderung zur Einrichtung eines Organisationsreferates im Präsidium und eine Resolution zur Verurteilung des Krieges in der Ukraine. Der Militärkommandant hielt ein Kurzreferat zur aktuellen Lage in der Ukraine, das bei den Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ. Eine besondere Ehrung erfuhr Hannes Siebenhofer, Bezirksobmann des Lungaus. Für seine jahrelange erfolgreiche Tätigkeit in führender Position des Salzburger Kameradschaftsbundes wurde er mit dem Großen Ehrenzeichen mit Stern in Silber des Salzburger Kameradschaftsbundes ausgezeichnet. Wichtigster Punkt des Delegiertentages waren die anstehenden Neuwahlen. Diese erbrachten einen überwältigenden Vertrauensbeweis für Präsident Hohenwarter, der außer zwei Stimmen von allen anwesenden Delegierten gewählt wurde. Auch das Präsidium konnte sich über ein einstimmiges Votum freuen. Der Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes Ludwig Bieringer dankte dem Präsidium für die hervorragende Arbeit in den letzten Jahren - der Salzburger Kameradschaftsbund stehe unter den Landesverbänden besonders gut da. Er dankte auch dem Militärkommandanten für den trefflichen Vortrag zum Ukrainekrieg und knüpfte an die jüngste Entwicklung, vor der der Kameradschaftsbund immer gewarnt habe, seine Forderung das Verteidigungsbudget endlich auf 1 Prozent des BIP anzuheben. „Österreich ist eben keine Insel der Seligen und muss – besonders als Neutraler – selbst für seine Sicherheit sorgen“, so der Präsident. Abschließend ging der Dank von Präsident Josef Hohenwarter an die Gemeinde und Kameradschaft Rauris für die Organisation und Durchführung eines gelungenen Delegiertentages, der wichtige Weichen für die Zukunft des Salzburger Kameradschaftsbundes gestellt hat. Mit dem Abspielen der Salzburger Landeshymne und dem Rainermarsch endete ein harmonischer Delegiertentag.