Von der Landesgeschäftsstelle des Schwarzen Kreuzes Salzburg wurde uns ein Kurzstummfilm Anlässlich der Grundsteinlegung vom Ehrenmal am Kommunalfriedhof zugesendet.
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Diese Texte wurden wörtlich abgeschrieben und sind 1 zu 1 wie im Zeitungstext von 1924,
die Struktur der Sätze wurde nicht verändert und nicht auf die heutige Rechtschreibung angepasst!
Spendeaufruf als Historischer Zeitungstext (14. September 1924):
Salzburger Chronik, Nr. 211, 14. September 1924, S. 10, Österreichische Nationalbibliothek, ANNO (Austrian Newspapers Online)
Heldendenkmal
Geplant auf dem Kommunal-Friedhof in Salzburg
Vor sechs Jahren ist der Krieg zu Ende gegangen. Ein großes und unvergängliches ist uns erhalten geblieben: Die unberührte Heimat. Viele Tausende sind aus dem Lande Salzburg ausgezogen. Viele blieben draußen in Eis und Schnee, auf dem grünen Rasen und in den Felsenschroffen liegen, gefällt vom Schnitter Tod. Viele haben den Keim des Verderbens in sich aufgesaugt und in den Spitälern ihr Ende gefunden. Alle aber, die draußen Kämpfenden und die in der Heimat Verbliebenen litten Not an Seele und Leib.
Salzburg besitzt kein Zeichen des Gedenkens dieser Zeit. In den Herzen aller lebt die dankbare Erinnerung und weiß sich einer tiefen Schuld bewußt. Denn diese Zeit hat einen tiefen Sinn. Menschen, die um der Heimat willen starben, haben ihn uns geoffenbart. Sie sagten: „Liebe Deine Mitmenschen, leibe Deine Heimat und leide ums sie.“
Auf dem Friedhof in Salzburg liegen sie in stummen Reihen, schlichte Kreuze zu den Häuptern im Grün der Zypressen. Vom Untersberg neigen sich die steilen fahlblauen Felswände zum Gruße. Der ist der Größte, der nicht um eitle Dinge der Welt, sondern um einer großen Idee willen sein Leben hingibt. Der in der Not des Vaterlandes die Freiheit der Heimatserde auf fein Banner schreibt und es an die Grenzen des Landes hinausträgt, auf daß dieser kostbare Boden nicht vom Greuel zermühlt und verwüstet werde.
Denn wo unsere Väter und Großväter wirkten, ist heiliger Boden. Ihre Arbeit ist mit der Erde auf ewig zusammengewachsen. Als die Heimat in ihrer Not rief, folgten ihr alle. Junge und Alte. Und alle liebten sie mehr denn je und mußten nicht genug zu tun in dieser übergroßen Liebe.Und starben für sie. Wie Blumen, wie Tannen. Litten Not und Pein, ungeahnte Beschwernisse und Schmerzen. Und gaben ihr das zuckende lebende Herz hin.
Kein Mensch vermag das Leid der Welt zu schildern. Sie blutet aus tausend Wunden. Sie hungert. Witwen und Waisen schluchzten. Tausendfaches Heldentum lebte jeden Tag tausendfach auf. Draußen im Kampf und zu Hause. In gleicher furchtbarer Not. Kein Dichter kann jemals das Loblied genug lauf singen. Die Menschheit barbte, verkümmert, ging zu Grunde. Und alle trugen es mit Opfermut, mit Standhaftigkeit, mit dem Glauben an eine bessere Zukunft. Wel sie ihre Heimat liebten. Wir wollen ein Gedächtnismal an jene Zeit errichten. Im Schatten der Gräber der auf unserem Friedhof beerdigten Krieger soll es stehen. Auf daß ihr Opfertod ein ewiges Mahnzeichen besitze. Aber gelten soll es allen unseren Lieben, den Freunden, Bekannten und Fremden, die teil hatten am Schutze der Heimat, sei ihre Ruhestätte auch in fernen Landen oder auf dem Grunde des Meeres. Gelten soll es allen Tränen der Hinterbliebenen, allem Kummer, allen Entbehrungen und Leiden der Kriegszeit.
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Das Monument, soll aus Konglomeratstein des Rainberges erbaut werden. Die Höhe ist 12 Meter, seine quadratische Grundfläche 8 zu 8 Meter. In mächtigen Blöcken soll es zum Himmel ragen. An seinem Sockel werden große Bronzeplatten angebracht. Auf ihnen sollen die Truppenkörper und jene Schlachten genannt sein, auf denen Salzburgs Söhne kämpften. Ein Gedenkbuch ist zu Aufnahme aller einzelnen Namen bestimmt und wird im Denkmal versenkt werden.
Die Kosten belaufen sich auf 450 Millionen. Um diesen Betrag wird nicht nur das Denkmal erstehen können, sondern auch die Ausgestaltung des ganzen Heldenabteils. Fast die Hälfte, 200 Millionen, sind schon aufgebracht. Es gilt, das Werk zu vollenden. Landeshauptmann Dr. Rehrl hat das Protektorat für die Errichtung des Denkmals übernommen. Salzburger! Denkt an die 4000 im Lande bestatteten Helden! Gebt Euer Schärflein! Tragt ab an der Dankesschuld, die jeder in sich fühlt. Denn unendlich ist die Schuld. Und wenig können wir tun. Aber willig und gern soll es geschehen. Gebet, je nach Können und Vermögen. Helft das Gedächtnismal zu errichten. Keiner schließe sich aus. Auf daß es ein Volksdenkmal werde, zu dem jeder ein Teil gegeben hat.
Für den Landesverein vom Schwarzen Kreuz:
Der Protektor: Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl
Präsident: Regierungsrat Anton Hueber
Präs.-Stellvertr.: Oberstleutnantsgattin Irene Hettwer
Präs.-Stellvertr.: Generalmajor a. D. Eduard Albori
Sekretär: Major a. D. Rudolf Oberhauser
Spenden sind an das Sekretariat des „Schwarzen Kreuz“, Salzburg, Weiserstraße 1, zu richten. Die eingelangten Beiträge werden periodisch ausgewiesen.
Grundsteinlegung als Historischer Zeitungstext (16. September 1924):
Salzburger Chronik, Nr. 212, 16. September 1924, S. 3, Österreichische Nationalbibliothek, ANNO (Austrian Newspapers Online)
Das Heldendenkmal am Kommunalfriedhof.
Die Feier der Grundsteinlegung.
Draußen auf unserem herrlichen Kommunalfriedhof, in dessen unmittelbarer Nähe die mächtige Wand des Untersberges aufsteigt, liegen sorgsam gepflegt und gehütet die Heldengräber, in denen ein Teil unserer tapferen 4000 Landessöhne ruhen, die auf dem Felde der Ehre fielen. Der Großteil von ihnen liegt freilich auf den Schlachtfeldern des großen Krieges. Schon seit Bestehen unseres Heldenabteils am Salzburger Kommunalfriedhofe ist das „Schwarze Kreuz“ bemüht gewesen, den toten Helden ein sichtbares Zeichen der Treue und Dankbarkeit zu errichten.
Dank eifriger Arbeit des „Schwarzen Kreuzes“, namentlich des Ausschusses mit Reg.-Rat Anton Hueber an der Spitze ist diese Idee nun zur reifenden Tat geworden und mit einem Kostenaufwande von 450 Millionen Kronen wird am Friedhof ein Denkmal errichtet werden, das nach den Plänen des Architekten Baurat Wiedemann ausgeführt und bis zum Sommer des kommenden Jahres bereits fertiggestellt sein soll. Die Vorarbeiten sind nun weit gediehen, so daß gestern nachmittags die Feier der Grundsteinlegung vor sich gehen konnte. Diese wurde in würdigstem Rahmen in äußerst stimmungsvoller Weise in Anwesenheit vieler offizieller Persönlichkeiten, Körperschaften, der Veteranen- und Kriegervereine, sämtlicher Kameradschaftsverbände und einer großen Menschenmenge abgehalten. Man sah neben den Vertretern des „Schwarzen Kreuzes“ von Salzburg und Oberösterreich u. a. Fürsterzbischof Dr. Rieder mit den Domkapitularen Prälat Obweger und Bundesrat Etter, in Vertretung des Protektors LAbg. Dr. Rößler Bundesrat Ing. Braunfels und Vizepräsidenten Hofrat Baillou, VB. Oberbaurat Hildmann mit den Gemeinderäten Geppert, Gradnitzer, Heinzl, Reg.-Rat Friedrich von der Polizeidirektion, Oberst Schilhawsky und Oberstleutnant Bäumel mit zahlreichen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften des Bundesheeres, Architekt Baurat Wiedemann, Hofrat Rautter von der Bezirkshauptmannschaft, viele Angehörige der Gefallenen, den Bund Oberland, u. v. a.
Vom Portale aus zogen die Teilnehmer, würdig gestimmt, den neuen, vor dem Friedhofe stehenden Steinmetzen mit Schurzfell und Handwerkszeug, Reg.-Rat Hueber eröffnete die Feier mit herzlichen Begrüßungsworten. Das Denkmal soll sein ohne äußeren Prunk ein schlichtes Zeichen der Treue und Dankbarkeit der Heimat gegenüber ihren gefallenen Beschützern und Verteidigern, ein Vermächtnis an die Lebenden und ein Ehrenzeichen zum Ruhme unserer alten österreichischen Armee. Der Redner dankt allen Mithelfern, insbesondere dem Bundesheere für die tatkräftige Unterstützung. Nun verliest Major Oberhäuser die Grundsteinurkunde, die nun, in einer Kapsel verwahrt, eingemauert wird. Die Generaldechargen erdröhnen; von der Musikkapelle des Bundesheeres wirkungsvoll vorgetragen, erklingen die Töne des „Gebet vor der Schlacht“ und brausen hin über die stillen Heldengräber.
Nachdem das Glockengeläute verklungen war, führte Fürsterzbischof Dr. Rieder, der trotz seines leidenden Zustandes zur Feier gekommen war, den ersten Hammerschlag aus für die Grundsteinlegung und den ersten Hammerschlag. Darauf in ergreifenden Worten das Heldentum der Gefallenen preisend. Treu den hehren Traditionen unserer alten Armee seien auch alle unsere Landessöhne in den Krieg gezogen, herrlich ihre Pflicht erfüllend. Worte des Trostes an die Angehörigen der toten Helden richtend, segnete der Oberhirte den Grundstein und sprach dem „Schwarzen Kreuz“ den besten Dank aus. LAbg. Braunfels sprach im Namen der Landesregierung, hervorhebend, daß man den Gefallenen besonders danke, wenn man deren Hinterbliebene tatkräftigst unterstütze. Für die Stadtgemeinde sprach VB. Oberbaurat Hildmann herrliche Worte der Heldenehrung, für das Bundesheer Oberstleutnant Bäumel, der mit seinen wackeren Pionieren sich um die Herstellung des Denkmales bereits große Verdienste erworben hat. Ein Vertreter des oberösterreichischen „Schwarzen Kreuzes“ wünschte Glück zur baldigen Vollendung des Denkmales. Dieses wird die Krönung der Ausgestaltungsarbeiten unseres Heldenabteiles am Kommunalfriedhof sein.
Mögen alle mithelfen an diesem Werke. Möge frohe Gebefreudigkeit das ihre tun, die fehlenden 200 Millionen Kronen bald herbeizuschaffen. Unsere toten Helden, die mitgeholfen haben, daß die Heimat unversehrt erhalten blieb, verdienen es.
E.

